CD-Rezension / Review / Kritik

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a spel inside autopilot

A Spell Inside
„Autopilot“
(Scanner/Broken Silence)
Sänger Melrows markante Stimme ist das hervorstechendste Merkmal einer Band, deren erster Longplayer vor ungefähr zwei Jahrzehnten erschien. Obwohl ihr neuestes Werk so heißt, schalten A Spell Inside fünf Jahre nach der Veröffentlichung ihres vorherigen Albums „Loginside“ keinesfalls stumpf auf „Autopilot“. Die Electropopper zeigen sich endlich wieder „Kampfbereit“ und greifen noch mal an. In „Herz aus Glas“ werden wörtlich, wenn auch in anderem Zusammenhang, „die alten Lieder, die mich fast täglich einholen“, thematisiert. Die neuen Songs von A Spell Inside könnten ihre früheren Szene-Hits nun vorerst in den Hintergrund treten lassen: „Frei sein“ und „Wahrheit“ beispielsweise, deren Kombination aus Eingängigkeit und nachdenklicher Grundstimmung so typisch für diese Band ist. Oder „Anders“, das nicht allein auf Tanzbarkeit setzt, sondern auch eine aktivierende Botschaft unters Volk bringt. Es geht voran, das ist klar. A Spell Inside brechen aber nicht mit ihrer Vergangenheit, sondern machen erfreulicherweise dort weiter, wo sie 2009 mit „Loginside“ aufhörten. Hoffnung auf und der unauslöschliche Glaube an eine bessere Welt scheinen die Band immer noch umzutreiben, diesen Eindruck erwecken ihre Texte. Wer Melrows Stimme mag und sich auf sie einlassen kann, den wird dieser „Autopilot“ durch innere Fantasiewelten hindurch, die Kitschgrenze gelegentlich überschreitend, sicher an jedes gewünschte Ziel führen.
Kai Reinbold

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2014.

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