CD-Rezension / Review / Kritik

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Klaus Schulze  Pete Namlook The Dark Side Of The Moog Vol 1 - 4

Klaus Schulze & Pete Namlook
„The Dark Side Of The Moog Vol. 1-4“
(MIG/Indigo)
Das Werk von Klaus Schulze allumfassend zu überblicken, ist annähernd unmöglich. Anfang der Siebziger begann der heute als Elektronik-Pionier Bezeichnete, mit elektronischen Klangerzeugern zu arbeiten, im Gegensatz zu Kraftwerk ohne Umwege über Krautrock. Bis dato sind es schätzungsweise 70 Alben, die seine Studios verließen. Ab 1993 musizierte Schulze längere Zeit gemeinsam mit Pete Namlook. Die ersten Resultate wurden auf dem 1994 erschienenen Werk „The Dark Side Of The Moog“ veröffentlicht. Die zehn Teile von „Wish You Were There“ sind aus einem Guss, sie fließen - ineinander und von ihrem Arrangement an sich. Synthetische Flächen füllen den Raum, rhythmische Passagen lockern sie auf. Selten hörte man harmonischere Töne aus den alten, für ihre Schroffheit bekannten Moog-Kisten. Der Nachfolger mit „A Saucerful Of Ambience“ in zwölf Teilen gestaltete sich schon deutlich rauer und auch finsterer. Fast wie der Score eines Thrillers – sieht man von den kurzen technoiden Phasen der Platte ab. Ambient und auf weiteren Strecken technoid und rhythmisch war Teil III mit seinem Kernstück „Phantom Heart Brothers“, das etwas an das wenige Jahre zuvor veröffentlichte Clock DVA-Album „Digital Soundtracks“ erinnert. 1996 endete die „Dark Side“-Serie mit „Three Pipers At The Gates Of Dawn“, einem hart rhythmierten Techno-Koloss und dem wohl besten Werk dieser Liaison. In einer Box werden nun alle vier Alben zusammengefasst. Eine 78-minütige Bonus-CD enthält unter anderem Outtakes und weitere, bislang unveröffentlichte Parts der Albumtracks. 27 Euro kann man deutlich schlechter investieren.
Jörn Karstedt

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.

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