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CD-Rezension / Review / Kritik

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Metalkinder Metalkinder CD Cover

Metalkinder „Metalkinder“

(Karussell/Universal)
2004 paarten A.O.K. den Bi-Ba-Butzemann in einer blutrünstigen Adaption mit Slayer, Ein Jahr später vergriffen sich Hämatom an dem Wicht mit dem Säcklein. Die Metalkinder erobern das Lied nun zurück und knallen es dem geneigten Hörer neben drei Chinesen mit „Metalbrett“ und „Bruder Jakob“ um die Ohren. Drei eigene Stücke haben sie auch im Gepäck. Unter anderem das an AC/DC angelehnte „Ich will Matsch“. Während die Musik von erfahrenen Fachkräften eingespielt wurde, toben sich am Mikrofon reihum verschiedene Nachwuchs-Metaller aus: Jungs und Mädels. Wen das ansprechen soll? Mindestens heimlich headbangende Eltern, die keine Lust mehr auf mies produzierte, hirnerweichende Beschallung haben, wie sie die Kindertonträgerindustrie en masse ausspuckt, aber auch die lieben Kleinen, die unter Umständen noch gar nicht viel mit den Gitarrenbreitseiten aus der Plattensammlung der Altvorderen anfangen. Während sich Söhne und Töchter am ungewohnten Neuarrangement von „Fuchs du hast“ erfreuen, schmunzeln die Erzeuger, weil sie die Rammstein-Anspielung verstehen. Das hat Charme. Wie tadellos „Wir lieben die Stürme“ rocken kann, bewiesen die Hamburger Punk-Urgesteine Slime schon 1992. Auf „Metalkinder“ knallt die Piratennummer mit durchgetretenem Doppelbasspedal ebenfalls – rotzig interpretiert von Jungspund Louis. Besinnlicher wird es am Ende bei „Der Mond ist aufgegangen“. Dann ist es Zeit, die Luftgitarre übers Bett zu hängen und in den Schlafanzug zu schlüpfen. Fazit: Hochwillkommene Abwechslung im Kinderzimmer-Entertainment.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07/2017.
Tuesday the 7th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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