CD-Rezension / Review / Kritik

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leather strip aescapism

Leæther Strip
„Æscapism“
(emmo.biz/NovaMD)
Wie ein Fels in der Brandung steht Claus Larsen aus dem rauen europäischen Norden, der sich außergewöhnlich viel Zeit für den Nachfolger des selbst produzierten und veröffentlichten Vorgängers „Untold Stories“ ließ. Für „Æscapism“ hat der Electro-Purist wieder den sicheren Hafen eines Labels angesteuert. Denn, das musste er resümieren, es ist kein einfaches Unterfangen gewesen, das Album im Alleingang an die Fans zu bringen. Der limitierten Box von „Æscapism“ liegt „Untold Stories“ deshalb in neuer Auflage mit Bonus-CD bei und kann auch einzeln gekauft werden. Und wie klingt „Æscapism“? Es beginnt mit der Midtempo-Nummer „We Fail We Forget“, deren Basslinie und orchestrale Elemente an die Larsen’schen Großtaten der mittleren und späteren Neunziger erinnern. Direkt danach bläst der Wind wieder deutlich stärker als zuletzt: „Sanctuary“ klingt etwas wie die Fortführung von „Strap Me Down“ und hat ordentlich Hitpotenzial. „Hold Me“ ist eine dieser Æ-Nummern, die von den gemeinhin bekannten Pop&Wave-Einflüssen zeugen, und „Humanity - Equality“ haut direkt von oben drauf, ohne melodische Komponenten außer Acht zu lassen. Damit sind die Eckpfeiler der Platte abgesteckt. Der Rest rangiert dazwischen und ist somit wieder ganz typisch für Leæther Strip. Hervorzuheben sind noch das stille, intime „The Hired Man“, das Claus’ beste Songwriterqualitäten zeigt, und „Strong Boys“, in dem Kumpel Rummelsnuff das Wort ergreift und geschickt DMs „Behind The Wheel“ verbaut wurde. Gelungene Scheibe, deren auf 500 Stück limitierte 2CD-Ausgabe mit fetten Remixen von Die Krupps, Amnistia, Decoded Feedback, Cryo und vielen anderen protzt.
Jörn Karstedt

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2014.


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