CD-Rezension / Review / Kritik

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lost reality fleeting awareness


Lost Reality
„Fleeting Awareness“
(Space Race Records/EK Product)
Synthie-Pop mit rockigen Anleihen. Gefällige Melodien, verspielte Beats und dazu die ein oder andere Gitarre. Für den Nachfolger des 2012 veröffentlichten „Roboid 371304“ sind die italienischen Soundtüftler Garmo und Kaos K ihrem bisherigen Weg nahtlos treu geblieben. Emotional vorgetragen, liefert der sanfte Gesang ein willkommenes Wiedererkennungsmerkmal, das die vielfältigen Songs miteinander verbindet. Innerhalb der soliden Arrangements übernehmen abwechselnd die verschiedenen Klangquellen die Führung, so dass nach einer flotten Drumming-Sequenz mühelos eine nachdenkliche Keyboardpassage kommen kann. Die Dynamik, die aus diesem Wechselspiel entsteht, gehört zu den Stärken der Produktion ebenso wie die entspannte Gesamtatmosphäre. Beides zusammen führt dazu, dass dieses Album nie langweilig wird, nie verkrampft. Eher schwach sind hingegen die Gitarren, die druckvoller und präziser hätten ausfallen können. Ganz genretypisch setzen sich die Texte mit den Schattenseiten menschlicher Beziehungen auseinander und beschreiben so manche emotionale Ausnahmesituation. Lost Reality gelingt mit diesem Album zwar nicht die Neuerfindung des Rades, das heißt aber nicht, dass die Lieder kein Gehör finden sollten.
Peter Heymann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

Thursday the 14th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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