CD-Rezension / Review / Kritik

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lost area from the ashes

Lost Area
„From The Ashes“
(Thexoomo/Broken Silence)
Bereits mit dem Vorgänger „Destroying Something Beautiful“ schwenkten die zunächst für geschmeidig-melodischen Electropop bekannten Bodensee-Musikanten Lost Area mit Schlagzeug und E-Gitarren auf einen rockigeren Kurs um. War das die gezielte Zerstörung des vorangegangenen Schaffens und ist der Phönixbilder heraufbeschwörende Albumtitel ein Indikator für einen Neustart oder gar eine Rückbesinnung? Nein! Die Band beschreitet den zuletzt eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Die Gitarren braten satt und Sänger Vdiva changiert überzeugend zwischen Sven-Friedrich-Momenten, dem Timbre von Chris Harms, dem Lord Of The Lost, und Annäherungsversuchen an Dero von Oomph!. Die Elektronik sorgt im Hintergrund für Atmosphäre und zudem für emotionale Anbindung an das eher Tanzmusik-orientierte Clubpublikum. Erstaunlich ist, dass das Ganze trotzdem nicht nach cleverem Reißbrettprodukt klingt, sondern so, als habe die Mannschaft jede Menge Spaß dabei gehabt, nach Herzenslust aufzuspielen. Dass Lost Area immer besser werden, hat wohl auch Dennis Ostermann registriert. Die Stimme von In Strict Confidence legt in „It’s Time” einen effektvollen Gastauftritt hin. Neben einer Menge dunklem Vollgas beherrschen Lost Area übrigens auch das große Drama. „Everyone“ ist eine intensive Ballade, die geschickt mit Dynamikwechseln spielt. Breitwand-Tränendrüse vom Feinsten – und das ist durchweg als Lob zu verstehen. „From The Ashes“ sollte der Band den nächsten verdienten Popularitätsschub bringen!
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013.

Thursday the 14th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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