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CD-Rezension / Review / Kritik

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colourmusic may you marry rich

Colourmusic
„May You Marry Rich“
(Memphis Industries/Indigo)
Man könnte es auf viele Arten beschreiben. Sagen wir stattdessen einfach: Colourmusic sind nicht ganz dicht. Keine allzu abwegige Annahme, wenn man weiß, dass das Quartett aus Oklahoma bei Auftritten manchmal Fitnessübungen macht oder sich vom Publikum mit Farbe anpinseln lässt. Womit wir beim Bandnamen wären, der auch ohne Livepaintingaktionen erstaunlich treffend gewählt ist. Zwar helfen den verspulten Songs von „May You Marry Rich“ vermutlich keine bunten Pillen – man braucht sie bei dieser unscharfen Abwandlung von Indie-Rock aber auch nicht. Nur am Anfang täuscht „Dreamgirl ’82“ mit dicken Keyboard-Wolken und sirrenden Riffs eine Art verschlepptes New Order-Surrogat vor, danach versinkt dieses Album zur heliumgeschwängerten Geisterstimme von Ryan Hendrix immer tiefer im dampfenden Sumpf einer Art Rave-Rock, die sich längst von dieser Welt verabschiedet hat. M83, Maps und andere halluzinogene Verdächtige warten an jeder Ecke, „Audacity Of Hope“ baut die schunkeligen Blumenbeats der Australier Jagwar Ma nach, bis das Stück in den letzten drei Minuten im elektronischen Stahlbad versinkt. „Horse Race“ zieht als Single mit britischem Radio-Airplay sogar auf die Tanzfläche. Wenn man zu „Snake In The Mouth“ und seiner lysergsäurehaltigen Space-Gitarre dort bleibt, haben die Amerikaner den Beweis angetreten, dass die Begriffe Shoegaze und Dream-Pop keine Frage der Instrumente, sondern vielmehr der wirksamen Hirnzerbeulung sind. Und Colourmusic haben da ein, zwei Ideen.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2014.


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