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CD-Rezension / Review / Kritik

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Veröffentlichungsdatum
visage orchestral

Visage
„Orchestral“
(August Day/Rough Trade)
Nach dem 2013er-Comeback-Album „Hearts And Knives“ (was erst das vierte Album der Synth-Vorreiter darstellte) kommt schon ein neues Werk? Die Fakten hinter diesem geheimnisvollen Phänomen: Die Band bekam vor einem Jahr das Angebot, bei der Abschlusszeremonie der Skisprungweltmeisterschaft in Prag aufzutreten. So spielten Steve Strange & Co. gemeinsam mit dem tschechischen Synthosymphonica Orchestra, welches auf die Fusion von Klassik & Electronica spezialisiert ist, in einer kalten schneereichen Nacht im März 2014 zehn Hits ihres Repertoires ein. Man mag also nun Achtziger-Klassiker wie auch „Hearts And Knives“-Stücke in neuen, von Streichern und Hörnern umschmeichelten Klanggewändern erhorchen. Die Melange aus Synths und Klassik klingt bisweilen ertragreich und interessant, doch manchmal wirken die Streicherarrangements seltsam anachronistisch: zuckersüß-manieriert namentlich, wie sie typisch für 70er Jahre Pop-Songs waren; so zum Beispiel in „Hidden Sign“. „Night Train“ hingegen klingt fast unfreiwillig komisch, weil sehr leichtfüßig und über Gebühr fröhlich arrangiert. Bedauerlicherweise transportiert die CD überhaupt keine Liveatmosphäre wie Ansagen oder Publikumskulisse; und ausgerechnet beim großen Hit „Fade To Grey“, der die Zeiten überlebte wie sonst kein Song der Band, hört man kaum Unterschiede zum Original. Und er endet mit seinem altbekannten Fade Out. Stevens Stimme jedenfalls klingt zeitlos jung.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

Thursday the 24th.
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