CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken

underjord sheol

Underjord
„Sheol“
(Massacre/Soulfood)
Das, was diese fünf finnischen Düstermänner hierauf fabrizieren, ist für den Autoren persönlich wirklich kaum am Stück erträglich. Er hat es dennoch hartnäckig hinter sich gebracht. So viel mehr hätte hier drin sein können. Grundsätzlich möchte ich der ziemlich experimentellen Band aber nicht ein gewisses Können gänzlich absprechen. Doch „Sheol“ dümpelt eben größtenteils so einfallslos, höhepunktarm und monoton vor sich hin, dass gegenwärtig doch eigentlich genau genommen vier Songs in EP-Format vollkommen ausgereicht hätten. Am ehesten noch im Doom Metal-Bereich anzusiedeln, integrieren die Kerle auch (Ambient)Elemente aus der Weltmusik in ihr ebenso zähes wie allzu oft schmerzlich dröges Schaffen. Doch das haben die famosen Metsatöll beispielsweise bereits mehrfach schon so viel besser gemacht. Gesanglich sieht es auf „Sheol“ leider nicht viel besser aus. Frontmann Thomp Finholm singt beinahe nur in einer einzigen, eher bedeutungslos brummenden Stimmlage. Seine alles andere als tiefgründig phrasierten Narrationen langweilen mich sogar noch mehr. Einzige gelungene Komposition ist für meinen Geschmack „Dance Of Death“, davon hätte ich mir mehr gewünscht auf dem Album. Es mag Leute geben, die sich davon gerne beduseln lassen, doch ich erachte „Sheol“ als das reinste Hohelied auf die Belanglosigkeit. Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2014.

Thursday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©