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CD-Rezension / Review / Kritik

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schwarzblut gebeyn aller verdammten

Schwarzblut
„Gebeyn aller Verdammten“
(Alfa Matrix/Soulfood)
Es gibt in unserer Szene immer wieder Experimente, die wirklich spannend und hörenswert sind. Im Falle der niederländischen Schwarzblut sollten vor allen Dingen Leute die Ohren spitzen, für die sich traditionsreiche Lyrik und moderne Elektro-Klänge nicht kategorisch ausschließen! Schwarzblut hatten bereits mit der EP „Bis aufs Blut“, die die klangliche Eigenheit der deutschen Lyrik gekonnt mit orchestral geküsster Elektronik kombiniert, von sich hören gemacht. „Gebeyn aller Verdammten“ nimmt sich thematisch der ewigen Verlockung des Menschen hin zu Sünde und dem Bösen an. Ob nun das finstere „Judas“, das klassisch mit Lateingesängen inszenierte „Das Lob der Faulheit“ oder das treibende „Lied der Rache“ – Philosophie wird hier avantgardistisch und mit geschmackvoller Dramatik in Szene gesetzt. Ich persönlich finde, dass die Band auf die mit dem Vocoder veränderten Gesangspassagen noch stärker verzichten könnte, doch macht sicherlich der kalte Klang der Gegenwartsmaschinen auch einen gewissen Reiz bei der Interpretation dieser Worte Schopenhauers, Vischers und Co. aus. Fakt ist, dass dieses Projekt der alten Sprache huldigt und diese auf die Tanzflächen des Jetzt katapultiert – das verdient Respekt. Vor allem die orchestralen Elemente zeugen von großem Fingerspitzengefühl der Band für echte Gänsehautmomente!
Medusa

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2014.

Monday the 13th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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