CD-Rezension / Review / Kritik

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tanz ohne musik between our body shapes

Tanz Ohne Musik
„Between Our Body Shapes“
(Sleepless/Broken Silence)
Dan Serbanescu alias Babywolf veröffentlichte seit 2011 diverse CDRs und Tapes in Kleinstauflagen von 20 oder 50 Stück, sodass man bislang kaum die Möglichkeit hatte, das Treiben des Rumänen zu verfolgen. Sleepless Berlin, das Label der Schlagstrom-Macher, sorgt nun dafür, dass zumindest das letzte Release nicht untergeht und veröffentlicht es auf CD mit Bonustracks. Der Sound von Tanz Ohne Musik ist sehr speziell. Analoge Synthies brummen und oszillieren, brechen zwischenzeitlich in Heidenlärm aus. Es rumst akzentuiert, gewaltig und ohne Vorwarnung. Gesang, angenehm und durchaus im klassischen Sinne, bringt weiter Struktur, die nicht nur beim Beat-getriebenen Titeltrack tanzbaren Charakter aufweist. Was „Musik“ charakterisiert, ist relativ, der Name des Projektes wird also nur programmatisch, wenn der Tellerrand meterhoch ist. Ansonsten gilt: Das minimalistische Ensemble aus Angst Pop und Industrial im Geiste von Haus Arafna stellt gewiss keine leichte Kost dar, hat aber seine eingängigen, emotionalen Momente und sei Freunden ungesunder, unkonventioneller Elektronik mit hoher Moog-Präsenz wärmstens empfohlen.
Jörn Karstedt

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2014.


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