CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken

new days delay erst der blitz und dann

New Days Delay
„Erst der Blitz und dann“
(Alice In/Dark Dimensions/Broken Silence)
Der treibende Sound, der die Songs von New Days Delay so extrem tanzbar macht, ist auf dem zweiten Album der norddeutschen Band erhalten geblieben. Dabei spielt es keine entscheidende Rolle, ob es nun ein schneller Minimal-Synth-Rhythmus oder eine deathrockig-punkige Gitarre ist, die Druck macht. New Days Delay wandeln nämlich ganz selbstverständlich auf beiden Seiten dieses musikalischen Spektrums. Dabei gelingt ihnen immer wieder, eingängige Melodien zu finden. In diesem Falle dürfte die „Bombe“ einschlagen, ein schneller, von New Wave und Punk beeinflusster Song voll heiter-hysterischer Weltuntergangsstimmung, der spontan Lust auf Pogo macht. Doch der musikalische Horizont reicht weiter, sei es mit zwei vom Surfsound beeinflussten Songs („Decelerate“ und „Pretend There Was Surprise In The End“) oder eben Indie („Synchronize“). Es wird einmal melodisch und traurig („Three Surprises And One Good Idea“). Zum Abwechslungsreichtum des Albums trägt bei, dass Sängerin Insa Knapp zwischen deutschen und englischen Texten wechselt – und zwischendurch sogar kleine Ausreißer ins Französische wagt. Ein Album, das viele Stile vereint und doch unverkennbar den Stempel New Days Delay trägt.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07-08/2014.

Thursday the 21st.
2017 Sonic Seducer Magazin

©