CD-Rezension / Review / Kritik

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Moby Everything Was Beautiful And Nothing Hurt CD Cover

Moby „Everything Was Beautiful, And Nothing Hurt“

(Embassy Of Music/Warner)
Das Tempo, in dem Moby derzeit neue Musik raushaut, ist beachtlich. Zwei Alben veröffentlichte er mit seinem Seitenprojekt Moby & The Void Pacific Choir binnen eines Jahres und gerade mal neun Monate später steht das nächste Werk in den Startlöchern. Im Gegensatz zu den zornigen Gitarren der Pacific Choir-Platten ist „Everything Was Beautiful, And Nothing Hurt“ wieder ein klassisches Moby-Album, das den Sound aufgreift, mit dem er berühmt wurde, aber gleichzeitig neue Wege geht. So stehen dem warmen Gospel und Soul, der sich wie ein roter Faden durch Mobys Alben zieht, starke Elemente aus TripHop gegenüber. Kraftvoller und eindringlicher wirken Songs wie „Mere Anarchy“, „The Sorrow Tree“ oder „Like A Motherless Child“, die auf ein kräftiges Fundament aus pulsierenden Rhythmen setzen und teils epische Synths darauf schichten. „The Waste Of Suns“ ruft hingegen die besten Massive Attack-Tracks in Erinnerung, während oftmals auch Trickys Lässigkeit in Songs wie „Welcome To Hard Times“ durchscheint. Trotzdem tragen alle Stücke eindeutig Mobys Handschrift, der auf „Everything Was Beautiful, And Nothing Hurt“ mehr Selbstbewusstsein als Sänger getankt hat. Auch wenn die Songs sich beim ersten Hören nicht ganz so tief ins Ohr graben wie beim sehr poplastigen „Innocents“, ist „Everything Was Beautiful, And Nothing Hurt“ nicht weniger eindringlich. Im aktuellen Veröffentlichungstempo und mit der hohen Qualität kann es gerne so weitergehen.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2018.
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