CD-Rezension / Review / Kritik

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Orphaned Land Unsung Prophets Dead Messiahs CD Cover

Orphaned Land „Unsung Prophets & Dead Messiahs“

(Century Media/Sony)
Viereinhalb Jahre nach Veröffentlichung des letzten Studioalbums „All Is One“ beschäftigen sich die israelischen Metal-Pioniere Orphaned Land auf „Unsung Prophets & Dead Messiahs“ mit Platons Höhlengleichnis. Anhand orientalischer Metal-Salven transportieren sie die Geschehnisse im alten Griechenland in die Gegenwart, wo sie nicht minder aktuell sind. Die Konzeptscheibe ist unglaublich abwechslungsreich und vereint progressiven Metal mit sanften Akustikmomenten, intensiven Orchesterparts, Soprangesängen, opulenten Chören, hörspielartigen Spoken-Word-Passagen und nahöstlicher Folklore. Wenngleich Sänger Kobi bisweilen wieder auf Growls setzt und einige Teile regelrecht zornig wirken, ist „Unsung Prophets & Dead Messiahs“ über weite Strecken ein sehr harmonisches und atmosphärisches Album mit hohem Folk-Anteil. Passend zur inhaltlichen Botschaft, dass die Menschen näher zusammenrücken sollen, gestaltete sich die Entstehung. Die Chöre wurden in Israel, die Streicher in der Türkei und die Metal-Parts im Fascination Street Studio in Schweden aufgenommen. Die Produktion ist angenehm dynamisch und transparent und lässt den zahlreichen Details, die man oft erst nach mehrfachem Hören entdeckt, ausreichend Platz. Als Gäste konnte die Band Hansi Kürsch (Blind Guardian), Tomas Lindberg (At The Gates) und Gitarrenvirtuose Steve Hackett gewinnen. Doch auch ohne diesen Anflug von Glamour konnte hier nichts schief gehen, denn „Unsung Prophets & Dead Messiahs“ enthält klug komponierte und arrangierte Songs, die man sich gerne wieder und wieder anhört.
Sascha Blach

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
Wednesday the 21st.
2017 Sonic Seducer Magazin

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