CD-Rezension / Review / Kritik

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Nakama Worst Generation CD Cover

Nakama „Worst Generation“

(Nakama/a-Musik)
Schon Sokrates hatte seine liebe Not mit der Jugend. Sie liebt den Luxus, hat kein Benehmen und missachtet die Autoritäten. So sagt man zumindest – auch über die jüngsten der fünf Generationen, die derzeit die westliche Welt bevölkern und Titelgeber für die fünf Teile dieses Albums waren: The Lucky Few, Baby Boomers, Gen X, Millennials und Plurals. Sind sie die schlimmsten aller Generationen? Dieser Frage geht das Improv-Kollektiv Nakama ebenso nach wie der Abgrenzung der Generationen untereinander durch Musik. Wenn selbst Metal und Hardcore zum verbindenden Moment von Menschen aller Altersklassen geworden sind, bedarf es einer anderen musikalischen Sprache, um Grenzverläufe aufzuzeigen. Nakama wählen hierzu die Mittel der Gruppenimprovisation und ein rein akustisches Instrumentarium (Gesang, Drum, Bass, Piano, Geige und Stimme). Mit einem hohen Maß an Konzentration und nicht minder großem Dynamikumfang oszillieren Nakama zwischen Hörbarem und Unerhörtem, zwischen nervösem Spiel und betonter Ernsthaftigkeit – und sind damit am Ende für ein Improv-Ensemble ungewöhnlich gut zu goutieren. Die Frage nach der schlimmsten Generation bleibt somit ungeklärt.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.