CD-Rezension / Review / Kritik

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Monophona Girls On Bikes Boys Who Sing CD Cover

Monophona „Girls On Bikes Boys Who Sing“

(Kapitän Platte/Cargo)
Ein wenig aus der Zeit gefallen sind Monophona. Charmant, weil so unaufgeregt. Authentisch, weil sie sich offenbar nicht um das scheren, was hip ist, sondern einfach ihr Ding machen. Relaxte Indietronica kommt dem noch am nächsten. Die Songs der Luxemburger fusionieren die weniger komplexen Beats von Projekten wie Lamb, eine gewisse Entrücktheit, wie sie Björk transportiert, mit sachten Electronica-Experimenten und süßen Melodien. „The Benefit Of A Doubt“ verbindet alle diese Elemente zu einem wunderbaren Song, „Lada“ dagegen rückt akustische Instrumentierung stärker in den Vordergrund, ohne auf elektronische Spielereien zu verzichten. „Tick Of A Clock“ dagegen wirkt altbacken in seinem Wechsel zwischen chilliger Entspanntheit und wütendem Crossover-Refrain. Eine Mischung, wie man sie eigentlich seit der Jahrtausendwende nicht mehr hören möchte. Doch im Großen und Ganzen überwiegt der Charme von „Girls On Bikes Boys Who Sing“, das so ungewöhnlich aus der Zeit gefallen wirkt. Die ganz große Karriere werden Monophona mit ihrem Sound vermutlich nicht hinlegen, mit dem jetzt dritten Album sind sie aber auch keine Eintagsfliege mehr. Und ganz ehrlich: es muss nicht immer der heißeste Scheiß sein, der in der Anlage rotiert.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2017.
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Thursday the 23rd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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