CD-Rezension / Review / Kritik

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NordarR Alles auf Null CD Cover

NordarR „Alles auf Null“

(emmo.biz/Nova MD)
Sie befehlen, wir folgen. Sie lügen, wir glauben. Sie produzieren, wir konsumieren. Sie drohen, wir stecken zurück. Stopp! NordarR stellen sich in den Weg, zeigen knapp sechs Jahre nach „Hass“ ihr wahres Gesicht. André S. (auch bekannt von Proceed) und Chris Dupont (MRDTC u.a.) konstatieren, dass die Welt zwischenzeitlich keine bessere wurde, sie rütteln wach, proklamieren den Neuanfang. „Alles auf Null“ heißt das Brett im Longplayer-Format, mit dem sie zuschlagen – härter als mit allen bisherigen Releases zusammen. Despoten geht es ebenso an den Kragen wie Egoisten, Intoleranten und Machtgierigen. Die Waffe NordarRs ist das Wort. Und die Musik. „Pressure“, „Ist Freiheit“ und der Titelsong sind pure akustische Raserei. Die Sequenzen ballern, die Beats kicken, die Drums hämmern, André brüllt, ist weder zu überhören noch misszuverstehen. „P.T.T.P.“ mit einem Mörder-Basslauf à la FLAs „Target“ mündet in „Terror“, das ebenfalls Richtung Vancouver schielt. Ansonsten bleibt das Duo stilistisch weitgehend auf knochentrockenem europäischem EBM-Boden, was nicht heißt, dass den insgesamt zwölf Tracks Melodie und Harmonie komplett abgehen. „Alles auf Null“ ist schließlich kein blinder Gewaltexzess, sondern ein Album mit Substanz in jeder Hinsicht.
Jörn Karstedt

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2017.
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