CD-Rezension / Review / Kritik

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Myrkur Mareridt CD Cover

Myrkur „Mareridt“

(Relapse/Rough Trade)
Amelie Bruun macht offenbar Musik zur Zeit. Ihr Erstling „M“ reüssierte bei weitem nicht allein innerhalb der Kuttenträger-Szene, wiewohl sich Vorbehalte - aus der konservativen Ecke - an den Lobhuldigungen des aufgeklärten Mainstreams gar charmant rieben. Für ihr Albumzweitwerk hat sich Amelie ‚Myrkur‘ Bruun offenbar vorgenommen, sämtlichen vorgefertigten Verdachtsmomenten gehörig in den Allerwertesten zu treten. Die verbliebenen Black Metal Restanten ökonomisch äußerst gezielt einsetzend, gelingt es ihr mithilfe einer gleichsam präzise gesetzten Produktion, ihrem Wesen jenen Ausdruck zu verleihen, der endlich genügt, um nicht (erneut) missverstanden zu werden. Sicher: „Mareridt“ eignet sich kaum zum Panda-Headbang. Aber - auch dies möge diesem Longplayer unterstellt werden - desgleichen auch nicht zum vergeistigten Gangbang unter kollektiv zu Dead Can Dance Menstruierenden. Mag auch nicht jeder Schwenk, dem Myrkur auf „Mareridt“ Schwung verleiht, auf Anhieb die Fontanelle bersten lassen, besticht ihr Album mit einer Aufrichtigkeit, die mitunter den Atem ins Stocken geraten lässt. Von mir aus - Kunst!
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
Thursday the 17th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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