CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken
moddi kaem va du

Moddi
„Kæm Va Du?“
(Propeller Recordings)
Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass Moddi sein zweites Album „Set The House On Fire“ veröffentlichte. Anstatt die Früchte der Arbeit auf Tour zu genießen, startete der Norweger mit den melancholischen Songs direkt wieder durch und schiebt mit „Kæm Va Du?“ ein weiteres, halbstündiges Werk nach. Bislang ist das ausschließlich auf Norwegisch eingesungene Album hierzulande nur digital erschienen. Wer ein physisches Exemplar abgreifen möchte, wird auf der anstehenden Tour fündig. Wie schon das Debüt „Floriography“ und sein Nachfolger setzt „Kæm Va Du?“ auf ebenso traurige wie wunderschön arrangierte Songs. Mit dem Unterschied, dass sich Moddi diesmal nicht auf seine eigenen Worte verlassen hat, sondern Gedichte anderer Künstler vertont. Vielleicht liegt darin begründet, dass einige Lieder aus dem ruhigen Rahmen fallen. „Noens Ark“ zum Beispiel ist ein solches Stück, das für Moddis Verhältnisse geradezu rockig um die Ecke kommt. „Vi Slakta Sau“ ist sogar eine skurrile Variante von Rockabilly, die kontrabassgetrieben in punkigen 80 Sekunden durch die Boxen fegt. Den Kern bilden aber die von Streichern, Klavier, Akkordeon und Gitarre getragenen Songs wie „Kjerkegård Ved Havet“ oder „Blå Kveill“. Sie sind so sehr von nordischer Schwermut und heimelig herbstlicher Atmosphäre geprägt, dass man fast Norwegisch lernen möchte.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2014.


Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Tuesday the 16th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©