CD-Rezension / Review / Kritik

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Nordvargr The Secret Barbarous Names CD Cover

Nordvargr „The Secret Barbarous Names“

(Malignant/Cargo)
Schamanische bis messianische Sanges- und Deklamationskunst vom Chef: Auf seiner rund 35. Veröffentlichung als Nordvargr begibt sich der Pouppée Fabrikk-Gründer Henrik Björkk in die Gefilde der Mantren, Cantus und Invokationen, welche er routiniert mit konventionellen Mitteln der Effektverstärkung anreichert, ohne die das Ganze möglicherweise etwas zu fade (oder auch einfach nur zu naturalistisch) ausgefallen wäre. Dennoch fällt es im Ergebnis schwer, Nordvargr irgendeine Form der Scharlatanerie zur Last zu legen. Dafür hält sich die manipulative Amplifikation doch in angemessen überschaubaren Grenzen, bleibt die Konzentration auf das Wesentliche intakt. Dark Ritual Ambient ohne Wenn und Aber. Allerdings empfiehlt sich die Mitnahme der „Secret Barbarous Names“ auf den nächsten Ausflug an eine Kultstätte nach Wahl. Denn innerhalb einer säkularen Umgebung (Büro, Wohnung, Fitness-Club) verpufft der orale Machttransfer - in etwa wie die Callixtus-Katakombe in einer TV-Dokumentation zwischen Trump und Dschungelcamp.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2017.
Wednesday the 13th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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