CD-Rezension / Review / Kritik

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NamNamBulu Borders CD Cover

NamNamBulu „Borders“

(Infacted/Soulfood)
Ein Album, dem man die lange Vorbereitungsphase in jedem Moment anmerkt. So viel vorweg. Und zwar nicht dadurch, dass die Songs überproduziert, extrem vielschichtig und wahnsinnig experimentell daher kommen, wie bei leider so vielen älteren Electro-Helden, die an ihren Songs über Jahre herumproduzieren. Bisweilen so lange, bis der normale Hörer gar keinen Sinn mehr erkennt. Nein, „Borders“ besitzt eine gewisse Kompaktheit, dadurch fast Compilationcharakter. Wirklich alle Songs besitzen catchy Synthiesounds, viel Pathos im Gesang, große Melodien und könnten so auch für sich allein stehen. Sehr eingängig, das Ganze. Und damit zweifelsohne genau der große Wurf, der vom Duo erwartet wurde. An einigen Stellen inspiriert von Deine Lakaien („Return“ und „Save“), kann man sich diese  synthetischen Skulpturen kaum in Clubs vorstellen; eher in nicht enden wollenden Nachtfahrten auf menschenleeren Autobahnen. Eine gewisse Einfachheit der Struktur der Songs und Sounds unterstützt dabei die großen Gefühle. Das ist Pop-Musik trotz einer gewissen melancholischen Grundstimmung der Songs – NamNamBulu: Das Bindeglied zwischen Depeche Mode und VNV Nation?
Uwe Marx

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2017.