CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken
Nightbringer Terra Damnata CD Cover

Nightbringer „Terra Damnata“

(Season Of Mist/Soulfood)
Völlig nahtlos schließt der belesene Colorado-Fünfer hiermit an den gelungenen 2014er Vorgänger „Ego Dominus Tuus“ an. Mehr noch, die entschlossene Formation erweiterte ihr kompositorisches und arrangiertechnisches Spektrum sogar um einige wichtige Facetten. So kommt der symphonisch unterlegte, rabiat-okkulte Black Metal diesmal noch atmosphärischer und theatralischer ins Ohr. (Gesangliche) Anklänge an stilvoll rasende Emperor zu deren erwachsensten Zeiten sowie Querverweise zu epischen, komplexen Dimmu Borgir sind erneut nicht zu überhören. Das visionäre „Misrule“ erscheint gar wie eine dunkel strahlende Zeitreise in die Vergangenheit des Metiers, bei der man nicht zurück in die Gegenwart, sondern in eine musikalisch veränderte Zukunft vorstößt. Faszinierend. Denn Nightbringer verarbeiten sämtliche Einflüsse auf ganz eigene Art, was das Hören von „Terra Damnata“ immer wieder saftig spannend macht. Ein Jahr vor der letzten Jahrtausendwende starteten sie ihr unheiliges Treiben, und das hart erarbeitete Können ermöglicht der Band hierauf den bislang professionellsten und reibungslosesten Vortrag. Technisch bemerkenswert anspruchsvolles Hochdruck-Riffing mit Solinger Schärfe und energisch böllerndes Schlagzeug-Inferno detoniert regelrecht in eruptiven Kaskaden. Stark!
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2017.
Friday the 18th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©