CD-Rezension / Review / Kritik

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Nine Treasures Nine Treasures CD Cover

Nine Treasures „Nine Treasures“

(Einheit Produktionen/Soulfood)
Ob bei den Shows von Nine Treasures vergorene Stutenmilch statt Met ausgeschenkt wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Fakt ist, dass die fünf Folkmetaller aus der Mongolei stammen – dem zweitgrößten Zentrum für Metal im chinesischen Einflussbereich. Dass die in Peking ansässigen Musiker schon auf Wacken zu Gast waren, zeugt zumindest von großem Einsatz. Jetzt legt das Quintett sein erstmals 2013 veröffentlichtes Zweitwerk noch einmal vor, um etwas größere Aufmerksamkeit zu erlangen. Während „Black Heart“ ein bisschen klingt, als habe man Korpiklaani in der Wüste Gobi ausgesetzt, bringen andere Songs wie „Fable Of Mangas“ recht traditionelle Riffs mit asiatischen Instrumenten wie der Morin chuur, der Pferdekopfgeige, zusammen. Mangas ist für die Mongolen übrigens so etwas wie Satan für den Katholiken: eine fiese Type, die richtig Ärger machen kann. Kein Wunder: Der Finsterling verfügt über 18 Köpfe. Die Freude am Exotismus, die durch die Texte in mongolischer Zunge noch verstärkt wird, macht einige Schwächen im Songwriting wett. Ob man nun gleich eine Jurte besorgen und mit Arkhi (einem Milchvodka) aufs nächste Festival gehen muss, sei dahingestellt. Reinhören empfiehlt sich in jedem Fall. Seinen Spaß kann man mit dieser ungewöhnlichen Variante des folkloristischen Schwermetalls nämlich durchaus haben.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07/2017.
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Wednesday the 17th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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