CD-Rezension / Review / Kritik

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MRM Iuvenis CD Cover

M!R!M „Iuvenis“

(Manic Depression/Altone)
Es gibt eine Reihe dieser jungen, rauschhaft psychedelisch klingenden Bands, zu denen The KVB gehören, die eine eigene, kleine Stilrichtung prägen. Zu denen gehört sicherlich auch M!R!M. 2013 erschien mit „Heaven“ das Debütalbum dieses Soloprojekts des in London lebenden Italieners Jack Milwaukee, der am Dreampop-Projekt Leave The Planet beteiligt war. Sein zweites Werk ist etwas sanfter und träumerischer geraten, als man es erwartet hätte, dennoch ist der M!R!M-Sound unverkennbar: Meist treibende Basslinien, flirrende Keyboards und eine teils bis zur Unkenntlichkeit verzerrte Stimme. Die vorangeschickte Single „At Night“ liefert einen Eindruck davon, wie sanft-verzückt, fast süßlich so ein Sound klingen kann – eher orientiert an Bands wie Beach House. Allerdings bleibt es nicht ständig dabei: Songs wie „Crast“ sind schneller und kühler, das basslastig wummernde „To You My Bliss“ bringt mit der Stimme ein wenig Alb in den Traum. „Iuvenis“ verbreitet eine positivere Stimmung als „Heaven“ – und bietet dem Hörer mehr akustische Ankerpunkte.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07/2017.
Sunday the 25th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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