CD-Rezension / Review / Kritik

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pantser fabriek Krachtpatser

Pantser Fabriek
„Krachtpatser”
(Hack die Rübe/SkullLine)
Niederländisch ist keine so schwierige Sprache, vorausgesetzt man hat sie einmal verstanden. An dieser Stelle sei schlicht erwähnt, dass mit „Krachtpatser“ keinesfalls ein schweres militärisches Kettenfahrzeug, sondern ein schnöder Muskelprotz gemeint ist. Willem Witte, den Kopf hinter Pantser Fabriek, als solchen zu bezeichnen, wäre wirklich übertrieben, aber in musikalischer Hinsicht mutiert der eher schmächtig wirkende Musiker zum breitschultrigen Kraftmeier. „Krachtpatser“ ist schnörkellose EBM, wie sie schnörkelloser kaum sein könnte – ganz in der Tradition berühmter oder zumindest in Fachkreisen anerkannter Vorbilder wie DAF („Jugendliebe“) und Jäger 90 („Hosenträger“). Neben deutschen und englischen hat Pantser Fabriek auch niederländische Songs im Köcher, die mindestens genauso gut abgehen („Muren En Stekeldraad“). Minimalistisch Inspiriertes und garstige Stomper wie „Stahl ist meine Wahl“ sowie Uptempo-Nummern à la „Won't Obey“ lassen nicht viele Wünsche offen. Das ist Musik, zu der hüftsteife Männer tanzen, ohne sich dabei zu blamieren.
Kai Reinbold

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2016.

Thursday the 22nd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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