CD-Rezension / Review / Kritik

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Pet Shop Boys - Super
Pet Shop Boys
„Super“
(X2 Recordings/Rough Trade)
Nach „Behaviour“ wurde es albern und belanglos. Kleiner Lichtblick: „Yes“. Erst mit „Electric“ leisteten sich Neil Tennant und Chris Lowe vor knapp drei Jahren nicht viel weniger als ein Hammeralbum. Endlich wieder 100 Prozent Pet Shop Boys, und zwar jene der Achtziger, geschleudert auf die Dancefloors von heute und neulich. Gemeinsam mit Stuart Price gelang die absolut nachvollziehbare Weiterentwicklung des unikaten eigenen Stils, gelang ein kleiner Geniestreich. Und in dieser glücklichen Konstellation entstand erneut ein Longplayer. Einer, der seinem Namen gerecht wird. Wieder pulsiert die Fusion von Dance und 80s-Pop in allen Farben, drückt die Produktion massiv, gehen die Melodien direkt rein und nicht wieder raus, zwinkert einen der Geist von „Please“ und „Actually“ freundlich an. „The Pop Kids“ mit seinen autobiografischen Zügen hat sicher Hitpotential, doch gestaltet sich der Albumbeginn vergleichsweise banal. Die Highlights sind erst in der Albummitte zu finden: Das lässige, synthetisch poppende „The Dictator Decided“ ist das düsterste Stück der Scheibe und so etwas wie der Nachfolger von „I’m Not Scared“. Das genaue Gegenteil ist die Techno-Hymne „Inner Sanctum“ – ein ungemein euphorischer Track, der mehrfach explodiert. Der Rest der Platte operiert stilistisch irgendwo dazwischen und nie weit von dem entfernt, was seit der Futurepop-Revolution in unseren Clubs erschallt. Nur besser.
Jörn Karstedt

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.

Friday the 23rd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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