CD-Rezension / Review / Kritik

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noisuf x kicksome bass


Noisuf-X
„#kicksome[b]ass”
(ProNoize/Broken Silence)
Wer bei der letztjährigen Best Of „10 Years Of Riot” ganz genau hingehört hat, wird auf dem neuen Noisuf-X-Longplayer einige Bekannte wiederentdecken. Gleich vier Demos haben es in nun finalen Versionen auf die limitierte Erstauflage von „#kicksome[b]ass” geschafft. Los geht’s mit dem leidlich tanzbaren „Big Band V2.0“, das im Original aber auch nur unwesentlich zarter daherkam. Das folgende „Count To 7“ lebt von den zahllosen Lach-Samples, die mit der entsprechenden musikalischen Unterfütterung den wohl schrägsten Track des Albums darstellen. Dass Noisuf-X-Chef Jan Loamfield trotz des gar nicht so mal eng gesteckten Rahmens seiner Band immer wieder gerne mal ausbricht, zeigt sich an dem lärmenden „Killer Dub“, mit dem nach „RAPture“, „Future Ska“ und „MurderHouse“ erneut ein ganz eigen(willig)es Genre kreiert wird. Die eigentliche Botschaft dieses bereits achten Albums lässt Loamfield dann mit „I Kick Your Fucking Teeth In“ wie den sprichwörtlichen Knüppel aus dem Sack, nämlich Prügel für (fast) alle, und wenn’s sein muss, auch nicht ausschließlich musikalisch. Mit Tracks wie „Kick My Ass“ oder „In Your Face“ untermauert der Essener diesen Standpunkt, um mit „Spieltanz“ dann nochmal ganz tief in die Sample-Trickkiste zu greifen.
Marc Urban

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.