CD-Rezension / Review / Kritik

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nite fields depersonalisation


Nite Fields
„Depersonalisation“
(Felte Records/Cargo)
Brisbane – eine neue Indie-Hochburg? Könnte man beinahe annehmen, da 2014 bereits The Trouble With Templeton ihr vorzügliches Debüt vom Nordosten Australiens aus in die Welt schickten und Nite Fields nun nachziehen. Allerdings schlägt das Quartett andere Töne an als die Band um Thomas Calder und ist eher in der Grauzone von sanftem Post-Punk und Shoegaze zu Hause, wo die musikalischen Grenzen zuweilen verschwimmen und die Songs etwa einen halben Meter über dem Boden schweben. Trotzdem ist „Depersonalisation“ mehr als die verhuschte Lo-Fi-Songsammlung, die der vorsichtig dahertapsende Beginn suggeriert – dafür sorgt schon die umsichtige Produktion, die Nigel Yang von den Landsleuten HTRK besorgt. Unter seiner Regie ziehen Nite Fields etwa bei der Auskopplung „You I Never Knew“ oder dem maschinell durchdengelten „Come Down“ das Tempo deutlich an, lassen eine Drummachine poltern und eine spitzfindige Bassgitarre melancholisch ihre Kreise ziehen, bis das charmant angedüsterte „The New Life“-Album der Nordiren Girls Names gar nicht mehr weit ist. Der akustische Neofolk von „Like A Drone“ hingegen macht seinem Titel nicht die geringste Ehre, sondern trifft sich eher mit Cult Of Youth zum Death In June-Hören. Fun Fact am Rande: „Fill The Void“ heißt genauso wie ein Stück des neuen Albums von A Place To Bury Strangers, verhält sich zu diesem aber wie der Käsehobel zur Kreissäge. Und so sei „Depersonalisation“ vor allem jenen empfohlen, deren Lieblingsfarbe schon immer Schwarzweiß war. Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

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