CD-Rezension / Review / Kritik

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man without country maximum entropy


Man Without Country
„Maximum Entropy“
(Lost Balloon/[PIAS] Cooperative/Rough Trade)
Wie kriegt man so viele Elemente unter einen Soundhut? Und zwar so, dass der am Ende auch noch gut klingt? Das walisische Duo Man Without Country produziert verträumten, minimalistischen Synthgaze, der ganz nebenbei noch so poppig klingt, dass man sich nach kürzester Zeit beim Mitsummen ertappt. Wahrscheinlich kann man das am besten am letzten Track illustrieren: Ryan James und Thomas Greenhalf haben den eigentlich ultraschnulzigen Klassiker „Sweet Harmony“ von The Beloved in eine zeitgemäße, absolut unpeinliche Version übersetzt – und ihn dabei gleich noch ein bisschen eingedüstert. Wer denkt, dass er die Stimme von Ryan James schon einmal gehört hat, liegt vermutlich richtig, denn er hat Röyksopps „Sordid Affair“ eingesungen, das auf dem Abschiedsalbum der Norweger zu hören ist. Er verleiht auch dem raumgreifenden Opener „Claymation“ eine langsame, verzaubernde Melodie. Wobei: Für ihre eigene Single „Laws Of Motion“ holten sich die beiden stimmliche Hilfe von Morgan Kibby, die auch schon für M83 und White Sea gesungen hat. Man Without Country gelingt über alle zwölf Songs ein starkes, atmosphärisches und dennoch tanzbares Album, wie man es nicht alle Tage hört.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

Sunday the 25th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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