CD-Rezension / Review / Kritik

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morcheeba head up high

Morcheeba
„Head Up High“
(PIAS Recordings/Rough Trade)
Es geht nichts über das Original. Das mussten die beiden Morcheeba-Instrumentalisten Paul und Russ Godfrey vor zehn Jahren erfahren, als sich der Ersatz für die zwischenzeitlich entsorgte Sängerin Skye Edwards als gelinde gesagt zweitbeste Lösung entpuppte. Seit dem 2010er Album „Blood Like Lemonade“ ist Edwards wieder mit von der Partie – auch auf „Head Up High“, das trotz über dreijähriger Pause souverän an den Vorgänger anschließt und den eingängigen TripHop der Band erfolgreich fortführt. Durch den groovigen Opener „Gimme Your Love“, der zugleich eine vorzügliche Leadsingle abgibt, windet sich eine Slide-Gitarre, und „Face Of Danger“ zeigt direkt danach, dass Morcheeba auch das Tempo anziehen können, ohne in einer nichtssagenden Pop-Schlaufe zu enden. Doch auch stilfremde Elemente machen aus diesem Album eine genauso farbenfrohe Angelegenheit, wie das Cover suggeriert: Gäste wie Jurassic 5-Rapper Chali 2Na oder White Denims Gitarrist James Petralli sorgen für zusätzliche Abwechslung in den erneut brillant produzierten Songs. Kurz vor Schluss hat das Trio mit „Do You Good“ noch ein schönes Trostpflaster für alle auf Lager, denen das letzte Goldfrapp-Album „Tales Of Us“ zu wenig Disco-Glitzerfummel enthielt. Und so gehen Morcheeba erhobenen Hauptes in die nächste Runde.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013.

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