CD-Rezension / Review / Kritik

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mustasch thank you for the demon

Mustasch
„Thank You For The Demon“
(Gain Music/Ariola/Sony)
Schlaghosen raus! Haare lang wachsen lassen! Fingerübungen für die perfekte Pommesgabel! – Mustasch sind wieder da. Einen gewissen Grad an musikalischem Traditionalismus konnte man den Schweden ja noch nie absprechen, aber für das, was man auf „Thank You For The Demon“ hört, müsste man die Siebziger gleich nochmal erfinden, hätte es sie nicht schon gegeben. Harmoniegesänge, die ansonsten nur noch Muse aus der Dekade von Queen und Deep Purple klauen würden, gedoppelte Gitarrensoli und Riffs, die in jedem Takt eine Verbeugung an Judas Priest, Dio, Uriah Heep, Black Sabbath und Co. sind. Sänger, Gitarrist und Hauptsongschreiber Ralf Gyllenhammar hat sich selbst einen neuen Maßstab an modern klingendem Retro-Rock gesetzt. Großartig: „The Mauler“, ein Song, der so klingt, wie er heißt, und „All My Life“, eine Rock-Ballade, die auch Ozzy hätte schreiben und/oder singen können. Ganz, ganz großes Kino, was Mustasch hier machen – selbst die Albumlänge ist mit weniger als 40 Minuten definitiv retro. Als sentimentaler Headbanger bin ich hin und weg von diesem Release – und dabei war ich gestern erst beim Friseur.
Masi Kriegs

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2014.

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