CD-Rezension / Review / Kritik

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mogwai rave tapes

Mogwai
„Rave Tapes“
(Rock Action/PIAS/Rough Trade)
„Rock Action“, „Hardcore Will Never Die, But You Will“ und nun „Rave Tapes“ – die Schotten Mogwai werden nicht müde, dem Hörer in den Titeln ihrer Alben stets Stile unterzujubeln, die allenfalls am Rande mit ihrer Musik zu tun haben. Auch „Rave Tapes“ verweist lediglich vordergründig auf den Großhallensound des Techno-Booms der Neunziger und ist ansonsten erneut ein erweitertes Statement des Post-Rock unter psychedelischen Bedingungen geworden. Wobei sich Letzteres nicht auf die zusehends zurückgenommenen Tracktitel bezieht, von denen „No Medicine For Regret“ oder „Remurdered“ sogar zu den ungewöhnlicheren zählen – es sind eher die immer mehr in den Fokus rückenden Keyboards, Krautrockelemente und vereinzelt hineingeschmuggelten Stimmen, die Mogwai zu einer spannenderen Angelegenheit denn je machen. Da rekurriert „Simon Ferocious“ immer wieder auf ein so kleines wie feines elektronisches Thema, erzählt „Repelish“ vom satanischen Potenzial des Rock’n’Roll und entpuppt sich „Blues Hour“ (Da! Schon wieder!) dank Stuart Braithwaites Stimme als erstaunlich konforme Annäherung an das, was dem Song den Namen gibt. Und wenn es am Ende „The Lord Is Out Of Control“ heißt, erinnert das tatsächlich so an die frühe Single „Stanley Kubrick“, dass man vorsichtshalber nachguckt, ob in der Küche nicht etwa ein Mann mit enormen Koteletten eine zuckende Kartoffel verspeist. Falls ja, kann man ihm guten Appetit wünschen, falls nicht, dieses tolle Album direkt noch einmal hören.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2014.

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