CD-Rezension / Review / Kritik

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Mantar
„Death By Burning“
(Svart/Cargo)
Verkommen, verfault, verrottet, verdammt! Das deutsch-türkische Groove-Metal-Doppel ruft mit seinem Debütalbum ruckzuck den absoluten Ausnahmezustand in der Birne aus. Und dazu brauchen die puristischen Querschläger nicht viel außer ihre Leidenschaft für abgründige Stimmungen und hart schleifende Quäler-Sounds. Gruppen wie Melvins, Monster Magnet, Motörhead oder Darkthrone dienen als Anhaltspunkt, wenn man sonst bei Mantar nicht weiterkommt. Aber Achtung: Die stockdunklen Melodien des doomigen Talentduos fressen die Seele gänzlich auf. Schierer Wahnsinn. Ohne Entkommen. Jeder Song scheinbar ein tonnenschwerer, öliger Bleibrocken für sich. Bei aller Heavy-Attitüde offenbaren Mantar in ihrer Vollbedienung auch untrügliches Gespür für durchdachte Strukturen und ergötzlich eingängige, vor lauter erfrischender Originalität teils fast schon notgeil machende Momente. Die monströse und apokalyptische Gewalt, welche die Hamburger zelebrieren, ist gefährlich. Denn es besteht schnell akute Suchtgefahr. Das Geheimnis der Begräbniscombo liegt letztlich in der Simplizität der Schöpfungen, was unerhörte Effizienz nach sich zieht. Die reine Fiesheit!
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2014.