CD-Rezension / Review / Kritik

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otto dix anima

Otto Dix
„Anima“
(Danse Macabre/Alive)
Natürlich handelt es sich hier nicht um ein Tondokument eines der wohl bedeutendsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts. In Russland bereits im März erschienen, kommt es nun auch auf den deutschen Markt, das neue Album der russischen Gothic-Popstars. Von den englischen Titeln darf man sich einmal mehr nicht täuschen lassen; alle Songs werden von Michael Draw auf Russisch vorgetragen. Eine Sprache, die auf die einen fremdartig wirkt, auf andere verzaubernd. Auch die opulente weitgehend synthetische Musik wirkt russisch. Sehr russisch. Man muss in sich ein Faible für den Ostblock haben, um diese pathetische Musik zu mögen. Eine russische Seele quasi. Neben dem slawischen Hang zur Schwermut sollte beim aufgeschlossenen Hörer eine gewisse Neigung zu Klassik, Musical und Pop vorhanden sein. Zudem klingt manches Mal ein Touch von Das Ich durch („Old Clock“). Ansonsten fallen dem Rezensenten aus dem Gothic-Underground neben den Labelbetreibern Das Ich nur Ataraxia, Sopor Aeternus und Die Form ein, um zumindest eine ganz grobe stilistische Richtung aufzuzeigen.
Uwe Marx

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2014.

Monday the 18th.
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