CD-Rezension / Review / Kritik

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mr. kitty time

Mr. Kitty
„Time“
(Juggernaut Media/Import)
„Time“. Oder auch die Leiden des jungen Mr. Kitty. Das neue Album des vom Leben gepeinigten Herrn Kätzchen, der deshalb aber noch lange keine Pussy ist, bildet den Abschluss seines Veröffentlichungs-Vierteilers. So trugen Forrest Carneys bisherige Alben und EPs die Namen „Death“, „Eternity“ und zuletzt „Life“, das 2012 erschien. Auf „Time“ lernen wir nun eine neue Seite von Mr. Kitty kennen. Die präsentiert sich teilweise rauer und ungeschliffener. Trotzdem bleibt Forrest seinem Hang zu melancholischem New Wave und Synthpop mit sakralen Elementen treu. 15 Titel haben sich auf das neue Album des Texaners geschlichen. Kleines Gimmick am Rande: die Songtitel nehmen nacheinander an Länge zu. Immer länger scheinen dabei auch Mr. Kittys Qualen anzuhalten. Liebeskummer, Verlustängste und die Dunkelheit der Nacht sind wieder einmal nur einige der auf „Time“ verwursteten Themen. Mit der Vorabsingle „XIII“ wird das Album eröffnet. Gleich im Anschluss macht man Bekanntschaft mit dem rotzigen „Rats“. Ein Song, der schon beim ersten Hördurchgang kleben bleibt. Ebenso das puristische „Glow“. „After Dark“ eignet sich perfekt zum Im-Selbstmitleid-Suhlen, wird dann aber von dem sehr tanzbaren „Laceration“ abgelöst. In „Hold Me Down“ und „Shadow Dancer“ halten dann wieder Überdruss und Todesliebe Einzug. Garniert wird das musikalische Trauersüppchen von reichlich okkulter Grafik, kryptischen Symbolen und einem flotten Artwork in unser aller Lieblingsfarbe. In diesem Fall ist „Time“ nicht money, sondern masterpiece.
Maria Madaffari

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2014.

Thursday the 17th.
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