CD-Rezension / Review / Kritik

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Ginger Snap5 Against The Days CD Cover

Ginger Snap5 „Against The Days“

(Dependent/Alive)
Endlich mal gute Nachrichten aus der Ukraine! Mitten im Kriegstreiben haben Roman ‚Romeo‘ Soroka und Olexiy Pavluk ihr zweites Album zusammengestückelt. Und gestückelt ist es wahrhaftig, da die beiden neben allem anderen Unbill zwei Systemabstürze inklusive großflächiger Datenvernichtung zu bewältigen hatten. Beachtlich, dass „Against The Days“ dennoch wie aus einem Guss klingt, erst recht, da mit „Polaris“, „Break Me Down“ und „Waiting For…“ drei ältere Songs vom Vorgängeralbum integriert wurden. Ginger Snap5 inszenieren sich als elektronische Soundwizzards, die das richtige Maß an Melodik und Energie auf ihre Tracks geben. Als durchgängiges Wiedererkennungsmerkmal fungiert Sorokas ganz dezent verfremdeter Gesang, der inmitten wechselnder Umgebungen stets sehnsüchtig und auf gewisse Art melancholisch klingt. Bestes Beispiel dafür ist das herausragende „November Song“. Dank einiger solcher Stücke ist „Against The Days“ ein Album fernab gängiger elektronischer Genredefinitionen geworden und genau deshalb so spannend.
Marc Urban

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2017.

Thursday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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