CD-Rezension / Review / Kritik

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gesaffelstein aleph

Gesaffelstein
„Aleph“
(Parlophone/Warner)
In den Credits diverser Singles konnte man diesen sonderbaren Namen lesen, von Moby, Depeche Mode, VCMG oder The Hacker etwa. Und mindestens so auffällig war das Zutun des Franzosen mit bürgerlichem Namen Mike Levy. Remixe nämlich, die zumeist schneidende Sequenzen und harte Rhythmik anfeuern. Dieser Mann, Ende 20, führt fort, was seine Landsmänner Terence Fixmer und David Carretta um die Jahrtausendwende begannen: Die Verschweißung klassischer EBM-Elemente mit der Power moderner Techno-Produktionen. Mehrere Singles und EPs dieses Kalibers seit 2008 hat Gesaffelstein verballert, jetzt erscheint das erste Album, das sich ein Majorlabel gesichert hat. Über eine Stunde die Spannung zu halten, gelingt ihm mühelos, indem sich die Aufstellung deutlich breiter gestaltet als bei Fixmer beispielweise, der auf „Muscle Machine“ damals permanent draufhielt. „Out Of Line“ beginnt mit Stakkato-Rhythmen und Vocals, die Single „Pursuit“ hat einen Mörderbasslauf, das tief pulsierende „Destinations“ gesprochenen Gesang, „Obsession“ eine kurze, einprägsame Melodie und stampfende Beats, „Hellifornia“ quietschige Fanfaren und so weiter. Die vielen Oh- und Ah-Vocalsounds drängen sich auf, die Fanfaren später allerdings auch - nicht immer angenehm. Im Mittelteil wird der Stresspegel deutlich gesenkt, bevor mit dem noisig groovenden „Hate Or Glory“ die nächste Bombe platzt. Selbst eine Piano-Ballade hat der Mann, der seinen Stil als Dance Metal bezeichnet, schließlich im Programm. Sehr fett, düster und musikalisch anspruchsvoll! Jörn Karstedt

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013.

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