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CD-Rezension / Review / Kritik

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Amorphis Queen Of Time CD Cover

Amorphis „Queen Of Time“

(Nuclear Blast/Warner)
Unverkennbar, wie die Finnen gleich mit dem vielschichtigen, aber stimmigen Opener „The Bee“ verspielt-perlend loslegen. Auch Sänger Tomi Joutsen hat es auch heuer wieder prima drauf, sein markantes und variables Organ setzt haufenweise urwüchsige Kehlenkräfte frei. Der Mann muss seinen Zaubertrank eindeutig vor dem Schlucken extra noch gegurgelt haben, so packend hört sich das an. Die kunstvoll eingeflochtenen, progressiv-psychedelischen Nuancen sind auch im Folgenden zu vernehmen, über die Jahre haben Amorphis daraus Spezialität und Markenzeichen in einem gemacht. Verblüffend unverbrauchte Mitpfeif-Melodien wie aus dem monumentalen, güldenen Füllhorn kennzeichnen gekonnt strukturierte, meisterlich komponierte Stücke wie „Message In The Amber“ und „The Golden Elk“. Wonnige Gänsehaut macht mir nicht nur der Beginn von „Daughter Of Hate“, auch das mit seinem sagenhaften Refrain hymnisch erhebende Lied an sich ist ebenso stilfindig wie mutig avantgardistisch mit dem verwendeten Saxophon. Joutsens Growling darin mit den betörend natürlich belassenen Chorparts muss man gehört haben! Und wenn sich dazu auch noch all die beseelten, männlichen und partiell weiblichen Klargesänge in die Höhe wirbeln, dann setzt es unweigerlich Ergriffenheit! Beachtlich bereichernd und löblich überlegt eingesetzt wirken auch die orchestralen Passagen, die genau im richtigen Maß zur Geltung kommen. Erfahrene Fans, die bei der Musik von Amorphis gerne auf das zweite und dritte Album zurückgreifen, dürften beim Hören dieses 13 Albums so einige Déjà-vu-Momente erleben. Überhaupt konnte Produzent Jens Bogren den (wieder erfreulich folkigen) Spirit der enorm facettenreichen Platte perfekt einfangen und konservieren, was aus „Queen Of Time“ eine überraschend spannende und hochwertig-genussvolle Angelegenheit macht.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2018.
Saturday the 14th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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