CD-Rezension / Review / Kritik

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Antipole Northern Flux CD Cover

Antipole „Northern Flux“

(Unknown Pleasures Records)
Cold Wave mit Post-Punk-Einflüssen, speziell was die Rhythmus- und Bass-Sektion anbelangt, der sich stark nach den französischen Urvätern des Genres anhört, interessanterweise aber aus Norwegen stammt. Antipole, die zwei EPs im Zeitraum von 2014 bis heute veröffentlicht hatten, müssen nun leider auf Albumlänge einsehen, dass sie es nicht schaffen, den nötigen Spannungsbogen aufrechtzuerhalten. Zu gleichförmig, zu repetitiv in den Ansätzen, zu wenig aus dem starren musikalischen Korsett hervorstechend. Da helfen dem Duo auch unterschiedliche Gastsänger und -sängerinnen leider nicht. Das quasi schon obligatorische Joy Division-Cover, in diesem Falle „Insight“, darf natürlich nicht fehlen, macht „Northern Flux“ aber auch nicht mehr fett. Dabei steckt definitiv Potential in so mancher Songwritingidee der Skandinavier, wie zum Beispiel das über acht Minuten lange „Narcissus“ erahnen lässt. Hoffentlich lassen sich die Norweger für Album zwei mehr Zeit. Die Zutaten stimmen, nur die Rezeptur sollte definitiv noch verfeinert werden.
Thomas Thyssen

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2017.