CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken
client authority

Client
„Authority“
(Out Of Line/Rough Trade)
Das hätte auch ins Auge gehen können: Glaubt man Ober-Klientin Kate Holmes, war es um das britische Damenwunder in Sachen Synthie-Pop schon so gut wie geschehen. Dass es nun doch mit Volldampf weitergeht, ist nicht nur der höheren Macht im Titel des fünften Albums zu verdanken, sondern auch dem früheren Dragons-Mastermind David Francolini, der die Produktion von „Authority“ übernahm. Inzwischen ist auch eine frische Sängerin am Start – nebst zwölf gewohnt hochklassigen neuen Songs, die die Qualität des vorab veröffentlichten Burners „You Can Dance“ mehr als bestätigen. Die Bässe sprotzen voluminös, die Elektronik rotiert hyperaktiv – und wunderbar catchy Songs wie die zweite Single „Refuge“ oder das streng pumpende Titelstück waren für Client ohnehin noch nie ein Problem. Manch einer mag einwenden, die neue Vokalistin entbehre ein wenig der Kühle der früheren Frontfrau Sarah Blackwood – dafür sorgt Nicole alias Client N mit großem Stimmvolumen und sexy-variablem Organ für die mannigfaltigen Schattierungen der oft doppelbödigen Tracks. Dabei wirkt längst nicht alles so schmeichlerisch wie etwa das melancholische „The Shining Path“: Gerade „Design“ und „Quarantine“ verweigern sich stachlig allzu großer Eingängigkeit, und zum Schluss streift „Nocturnal Eyes“ auch hypnotische Clubmusik mit Kraftwerkwurmfortsatz. Die Aufforderung „You Can Dance“ versteht sich also von selbst – doch auch dieses Album hat sehr viel mehr zu bieten.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2014.


Tuesday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©