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CD-Rezension / Review / Kritik

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cardinal noire cardinal noire

Cardinal Noire
„Cardinal Noire“
(EK Product/Broken Silence)
Holla, was für ein Brocken! Ähnlich platt machte der Erstkontakt mit „Too Dark Park“ von Skinny Puppy. Nicht nur wegen der spektakulären Klangdichte, dem rapiden Wechsel von Tempo und Stimmung und dem massiven Sampleeinsatz – generell ist die Soundgestalt des Debütalbums dieses finnischen Duos in weiten Teilen vergleichbar. Ob intendiert oder nicht, Lasse Alander (für den größten Teil der Produktion verantwortlich) und Sänger Kalle Lindberg führen indirekt das fort, was die Originale seit den frühen Neunzigern nicht mehr machen wollen. Dazu gehören auch der Einsatz von Gitarren und ein generell sehr organisch klingendes Korsett, das wohl noch ein Überbleibsel aus alten Metal-Zeiten der beiden Musiker darstellt und dem dargebotenen Spektakel nur noch den letzten Schliff gibt. Die selbstbetitelte Scheibe ist charakterlich aus einem Guss, in sich aber stark ausdifferenziert. Von straightem Dark Electro („Narkomat“) und rasenden, verrockten Nummern („Black Sustenance“), über hinterhältige dreckige Grower („White Dust“) bis hin zu echten Hymnen („Mirror Shards“) und einem collagenhaften Horrortrip wie „Purgation“ servieren die beiden das volle Programm, als hätten sie dreißig Jahre lang nichts anderes gemacht. Wenn Cardinal Noire so weitermachen, sind sie bald die Nummer eins im mittlerweile gut besetzten Kreis beeindruckender Epigonen. Womöglich sind sie es schon jetzt.
Jörn Karstedt

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

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