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plague vendor by night cover

Plague Vendor „By Night“

(Epitaph/Indigo)
Viel Getöse, wenig Zeit: eiserner Grundsatz auf den Platten von Plague Vendor aus Kalifornien. Wobei sich „By Night“ wie der Vorgänger „Bloodsweat“ mit einer ordentlichen halben Stunde Spielzeit gegenüber dem nur 17-minütigen Debüt „Free To Eat“ vergleichsweise luxuriös ausnimmt. Ungeachtet dessen haut das Quartett um Frontmann Brandon Blaine auch auf Album Nummer drei krachend ins Kontor von Garage-Rock’n’Roll und Post-Punk und verschweißt rabiate Ascheimer-Gitarren mit sehnigen Uptempo-Rockern und dunklem New Wave-Geschlürfe. Nachdem die Single „New Comedown“ eingangs in verschärfter The Hives-Manier sämtliche Knochen durchgeschüttelt hat, fächert sich „By Night“ nämlich zusehends auf, verstärkt Luke Perines Schlagzeug mit gnadenlos präzisen Drummachines und elektronischen Sollbruchstellen – und „All Of The Above“ lässt als legitimer Nachfolger des 2016er Dance-Punk-Hits „Jezebel“ dann auch nicht lange auf sich warten. In der Folge changiert Sänger Blaine souverän zwischen aggressivem Geteufel und tonlosem Barmen, seine Band sammelt in Rekordzeit manischen Noise-Rock und elektrifiziertes Indie-Gedröhne ein und wagt sogar mehrere lüsterne Blicke über den Tellerrand: „Let Me Get High \ Low“ bewertet Marvin Gayes „I Heard It Through The Grapevine“ unter gespenstischen Shoegaze-Bedingungen neu, das zackige „Night Sweats“ hätte auch frühen Radio 4 bestens zu Gesicht gestanden. Und wenn es letzte Nacht besonders wüst zuging, liegt das wahrscheinlich an diesem hervorragenden Album.
Thomas Pilgrim

 

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Ausgabe 07 2019 gross
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In unserer aktuellen Ausgabe 07/08-2019 spricht Sänger Brandon Blaine über die Entwicklung, die Plague Vendor seit ihrem Debütalbum durchlaufen sind. Außerdem erzählt er in der Story von der Inspiration hinter dem Albumtitel „By Night“.
Sunday the 25th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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