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ashbury heights the looking glass society

Ashbury Heights
„The Looking Glass Society“
(Out Of Line/Rough Trade)
Nicht nur ein schöner Titel, sondern auch ein wirklich tolles Album: „The Looking Glass Society“ ist nach fünf Jahren Pause das dritte Werk von Ashbury Heights – und es toppt das eher maue zweite „Take Cair Paramour“ um Längen! Klar, Mastermind Anders Hagström und die neue Sängerin Tea F. Thime bleiben den glamourösen , cheesigen Synthie(pop)-Gefilden treu, doch genau das wollen die Fans von dem schwedischen Duo schließlich hören! Neben Party- und Mitsingtauglichkeit setzt sich aber vor allem ein Eindruck durch: „The Looking Glass Society“ hat deutlich mehr Substanz, was Konzept, Lyrics und auch den Sound angeht. Das liegt vermutlich nicht zuletzt daran, dass Tea englische Literatur studiert hat und daher fundiert künstlerische Strömungen wie beispielsweise die späte Schauerromantik und Victorian Gothic als Inspirationsquelle einfließen lässt. Songs wie das mit düsterem Orgelsound gespickte „Heart Of Darkness“, das mit pompösen Streichern angereicherte „Glow“, welches auch die erste Single sein wird, oder der wirklich großartige, von Edgar Allan Poe inspirierte Ohrwurm „Phantasmagoria“ machen den Spagat zwischen düsteren Thematiken und Gutelaune-Synthpop mühelos – ohne dabei abgedroschen zu wirken oder zu dick aufzutragen. Wer auf das Debüt „Three Cheers For The Newlydeads“ stand, wird „The Looking Glass Society“ lieben.
Catrin Nordwig
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