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chemical brothers born in the echoes

The Chemical Brothers
„Born In The Echoes“
(Virgin/Universal)
‚Irgendwann geht’s zurück’, wussten bereits Die Nerven. Und auch The Chemical Brothers besinnen sich wieder ihrer alten Stärken, die man zuletzt etwas vermisst hatte: „Further“ war vor fünf Jahren schließlich eher eine 50-minütige Acid-Trance-Installation denn ein wirklich reguläres Studioalbum gewesen. Schön also, dass auf „Born In The Echoes“ mehr oder weniger alles beim Alten ist: elf Tracks, jede Menge renommierte Gäste und natürlich durchdrehende Sequenzen, Techhouse-Upbeats und schlau platzierte Hooks. Bei der Single „Go“, die sich den einen oder anderen Hofknicks Richtung „Hey Boy Hey Girl“ nicht verkneifen kann, feiern Tom Rowlands und Ed Simons gar mit gleich zwei alten Bekannten Wiedersehen: Die seinerzeit an „Galvanize“ beteiligte HipHop-Legende Q-Tip rappt wie ein Maschinengewehr, den spektakulären Videoclip inszenierte erneut Regisseur Michel Gondry. Doch auch andere große Namen sind dabei: Die erstaunliche Indie-Rock-Kunstfigur Annie Clark alias St. Vincent etwa betreut mit ihrer Stimme den munteren Hopser „Under Neon Lights“, während Beck Hansen sich standesgemäß des psychedelischen Rausschmeißers „Wide Open“ annimmt. Und mit „Just Bang“ oder „EML Ritual“ ist auch zur Genüge für perkussive Brecher mit spitz aufflackerndern Disharmonien gesorgt. Der Widerhall in den Clubs wird nicht lange auf sich warten lassen.
Thomas Pilgrim
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