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near earth orbit end of all existence

Near Earth Orbit
„End Of All Existence“
(Solar Lodge)
Drückende, tonnenschwere Düsternis dominiert das Debütalbum von Near Earth Orbit, was bei einem Titel wie „End Of All Existence“ und einem Opener, der „The End“ heißt, nicht weiter verwundern dürfte. Wobei die Wahl des Eröffnungstracks durchaus auch eine philosophische Komponente in sich birgt, wie sich nach genauerem Studium des gemeinschaftlichen Werks von Artaud Seth und Ashley Dayour feststellen lässt. Beständig wabern bei „End Of All Existence“ dröhnende und drohende Bass- und Gitarrenlinien im unteren Frequenzbereich, ergänzt durch unangenehm-fiepsige Synthie-Soundscapes, hypnotische Rhythmen und dunkelsten, fast schon jenseitigen (Sprech-)Gesang, während bestechend schöne Melodien einen Ausblick auf Besserung verheißen. Überall ist Schönheit zu beobachten, auch in der unausweichlichen Apokalypse. „Abandoned World“ erweist sich dabei als wuchtig-eindringlicher Hit, der im Gedächtnis kleben bleibt und dessen Refrainzeile „Blackout“ seltsam befreiend wirkt. Das treibende „Heath Death“ ist tanzbar und leitet die Endphase des Albums ein, die fast schon bizarr versöhnlich klingt. „Taken“ ist auf eine befremdliche Art positiv zu nennen und der letzte Song „Anybody Out There“ mit seinen Sprachsamples und sphärischen Klängen ist einfach nur verheißungsvoll.
Karin Hoog


Wednesday the 16th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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