CD-Rezension / Review / Kritik

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Your Life On Hold Burning For The Ancient Connection CD Cover

Your Life On Hold „Burning For The Ancient Connection“

(Solar Lodge/Alive)
John Wolf ist der Name des Musikers hinter diesem aufsehenerregenden Projekt und diesem beeindruckenden Album, welches im weiten Gefild zwischen Gothic Rock, Post-Punk und authentischem Leiden angesiedelt ist. Schon nach den ersten Takten hüllt den Hörer eine angenehm wühlende, dunkle Energie ein, erbaut aus Picking-Gitarren, surrenden, edel klingenden Akkordwänden, treibenden, verdammt gut klingenden Bassläufen, straighten Beats und eindringlichen dunklen Gesängen, deren hypnotischer Sogkraft man alsbald erliegen mag. In der Tat beschleicht den Hörer im Laufe des Albums das Gefühl, dass es sich bei den Kompositionen dieser Veröffentlichung um Songs handelt, die einem wie Klassiker der Dunklen Szene erscheinen: als wären sie schon immer da gewesen, als hätte man im Zwischenfall 1988 zu ihnen getanzt. Dem Opener „Phoenix“ lässt John satte acht Minuten Zeit, um sich in seiner repetitiven Machtfülle zu entfalten; „Attawapiskat” birgt eine Vocal-Performance, die man als die perfekte Mischung aus Eldritch und Manson bezeichnen könnte; „Exorcism“ lebt von einer Steigerung zu Metal-ähnlichen raueren Soundauslegungen; „Already Lost“ birgt schmutzigere Elemente; „An Old Man’s Song“ ein Tiamat-Flair – und mit allem erreicht der Künstler eine eigenartige und individuelle Präsenz und Ästhetik. Die engmaschige und doch durchsichtige Klanggestaltung begleitet des Hörers Ohr durch den gesamten Songreigen genauso wie die kompositorische Güte aller Tracks. Und man wünscht sich auf die nebelumhüllte Tanzfläche eines längst entschwunden Düsterclubs zurück.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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Friday the 14th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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