CD-Rezension / Review / Kritik

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Urarv Aurum CD Cover

Urarv „Aurum“

(Svart/Cargo)
Thrashig-zackigen Black Metal mit massiv ausgelebter, (vokal)psychotischer Komponente bietet die neueste Projekttruppe vom guten alten Bekannten Bjørn Aldrahn Dencker, der es einfach nicht lassen kann. Nach DHG und The Deathtrip kreuzt der avantgardistisch interessierte, tätowierfreudige Norweger nun mit Urarv auf, womit man bislang unbekannten Schaffenswelten individuellen Tribut zollen möchte. Mit ins Team holte der Sänger und Gitarrist zwei Musiker, Bassvieh Sturt und Teufelsweib Patricia alias ‚Trish‘ an den Drums. Stilistisch wurzelt und wildert das Debütalbum „Aurum“ im Sound seiner anderen Bands. Doch Dencker & Co. jubeln den acht Nummern so einige schräge Facetten unter, die ehrlich zugeneigte, norsophile Schwarzmetaller jedoch erwartungsgemäß nicht vor den Kopf stoßen werden. Wenn es traditionell und spirituell-schamanisch auf „Aurum“ hergeht, blitzen übersinnlich gemeinte Anklänge an die Musik von Arckanum durch. Atmosphärische Passagen sind jedoch eher in der Minderzahl zwischen dem grimmigen Wüten wie beispielsweise im verstörend entrückten, herrlich verrückten „Valens Tempel“. Das partiell speedig aufbrausende „Fancy Daggers“ schnaubt ebenfalls eine grenzenlose, wahnsinnige Weite, garantiert nicht von dieser Geisteswelt. Ein überaus hörenswerter Release, der neben gehörig schmissiger, gekonnter Instrumentierung und bulligen Rhythmisierungen eine erlebnisreiche Fülle an unverbrauchten Einfällen mit sich bringt. Erzeugt von purer Passion für das Unerklärliche.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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Saturday the 16th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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