CD-Rezension / Review / Kritik

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Underviewer Wonders Monsters CD Cover

Underviewer „Wonders & Monsters“

(Alfa Matrix/Soulfood)
Dass die Tracks auf diesem Album zum Großteil schon mehr als 30 Jahre alt sind, mag man kaum glauben, wenn man „Wonders & Monsters“ einlegt – das Debütalbum von Underviewer. Kenner der Oldschool-Electro-Szene wissen allerdings sofort: hierbei handelt es sich nicht um irgendeine Band, die es jetzt noch mal wissen will, sondern um eins der Projekte, aus denen, neben Daniel Bs Prothèse, die EBM-Pionierband Front 242 hervorgegangen ist und hinter dem niemand Geringere als Jean-Luc de Meyer und Patrick Codenys stecken. Schon mit ihrer ersten Band waren die beiden belgischen Ikonen ihrer Zeit deutlich hörbar weit voraus. Die 14 Songs sind nicht nur zeitlos, sondern lassen auch schon Elemente erahnen, die später bei Front 242 noch weiter ausgearbeitet wurden. Jean-Lucs unverkennbare Vocals schmiegen sich auch hier nahtlos in die sehr catchigen, teils poppigen Minimal Electro-Sounds ein – natürlich damals ausschließlich produziert mit analogen Synthesizern. Die auf Tape archivierten Tracks wurden für diesen Release teilweise mit den originalen Vintage-Maschinen nachgebaut und alle kommen dank Patrick Codenys mit einer geschliffen scharfen modernen Produktion daher. Dafür, dass die Songs schon so alt sind, ist „Wonders & Monsters“ erstaunlich up-to-date und eine wahre Bereicherung für jeden Fan der guten alten belgischen Schule.
Catrin Nordwig

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2017.
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