CD-Rezension / Review / Kritik

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Wednesday 13 Condolences cd cover

Wednesday 13 „Condolences”

(Nuclear Blast)
Joseph Poole alias Wednesday 13 und Kumpanei spielen weiterhin gekonnt auf der Klaviatur des Horror Punk – wobei dieser Begriff für diese Platte (wie auch für andere) einigermaßen unpassend ist. Vorhang auf! Hier gibt es Horror Rock… ach, eigentlich sogar Horror Metal. Die Gitarrenriffs sind schwer, dick, tief, vollmundig – egal ob im Half-Time oder den schnelleren Passagen, sie sechzehnteln akkurat oder brüllen in geilen Schmierriffs; die Gesänge pendeln zwischen räudigem Knarzen, bedrohlichem Raunen und bösartigem Schreien. Der analytische Horcher findet Platz für ’ne Menge Begriffe: Gothic Metal mit Geister-Refrain („Last Rites“); Glam Rock meets Sleaze („Blood Sick“); Rob Zombie grüßt („Cadaverous“); Black Metal-Attitüden mit einem Schuss Pantera („You Breathe, I Kill“); Kreator meets White Zombie („Omen Amen“); KISS und Hair Metal („Cruel To You“) und und und… Zwischendurch gibt’s Raum für Collagiges, Schraddelgitarren und jede Menge dick aufgetragene, sonniglich-finstere viciousness. „Death Infinity“ und der Titeltrack vermögen als eher atmosphärische Glanzlichter das zwingend-runde, pralle Bild abzurunden. Keine Frage: hier wird aus dem Vollen geschöpft, wohl eins der besten Kapitel dieses Langzeit-Duster-Projekts aus der Taufe gehoben.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2017.
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Thursday the 21st.
2016 Sonic Seducer Magazin

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