CD-Rezension / Review / Kritik

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stoneman goldmarie

Stoneman
„Goldmarie”
(Danse Macabre/Alive)
Zehn Jahre nach Bandgründung war es offensichtlich Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen. So zumindest dachten die Leitwölfe Mikki Chixx und Rico H und entwarfen ein für manchen Beobachter unerwartbares neues Gesicht der Schweizer Formation: mit ihrem neuen Werk werden sie womöglich nicht – wie in vorherigen Zeiten – mit Deathstars, Wednesday 13 oder Tiamat auf Tour gehen, sondern eher mit Rammstein. Der räudige, aggressiv-laszive New Millennium-Glam-Metal der frühen Tage wurde gegen ein Klanggewand getauscht, das den typischen Elementen der Neuen Deutschen Härte gewaltig nahe kommt. So werden auf „Goldmarie“ ausschließlich deutschsprachige Songs versammelt, welche in manchen Augenblicken („Liebe Liebe“, „Goldmarie“) beinahe von Acts wie Ost+Front hätten stammen können. Das dynamische Spiel zwischen knochenharten Strophen und aufgehenden, eingängigen Refrains ist überaus versiert realisiert worden. Die Stakkato-Gitarren knüppeln amtlich, Sequenzen tuckern, die Vocals wechseln zwischen Raunen, Wispern und erbaulich versiertem ‚echten’ Rock-Gesang harmonischer Ausgestaltung. Die Texte sind von verschmitzt-raffinierter Metaphorik, nicht selten auch von gewiefter Sozialkritik wie zum Beispiel in „Mensch“. Mit all diesen Elementen einer neuen Richtungsvorgabe werden die Schweizer womöglich sehr gut gerüstet sein für die nächsten Phasen ihrer außergewöhnlichen Karriere.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2014.